08.10.2025
Preis für elektrische Energie: Analyse des europäischen Marktes und nachhaltige Lösungen
Der Preis für Strom ist nicht nur eine Frage der Rechnung: Dahinter steckt ein komplexes System, das heute überdacht werden muss, um erneuerbare Energien wirklich zu nutzen.
Der Preis für elektrische Energie ist eines der meistdiskutierten Themen in ganz Europa. Es betrifft nicht nur Familien und Unternehmen, sondern beeinflusst direkt die Wettbewerbsfähigkeit der Länder und die Geschwindigkeit der ökologischen Umstellung. Hinter jeder Rechnung steht ein genaues System: das des marginalen Preises, das in den Strommärkten fast aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union angewendet wird.
Zu verstehen, wie dieses Modell funktioniert und welche Grenzen es heute aufweist, ist entscheidend, um die Preisschwankungen zu interpretieren, die in den letzten Jahren die europäische Wirtschaft stark belastet haben.
Was der Preis für elektrische Energie ist
Der Strompreis in Europa entspricht nicht einfach den Produktionskosten, sondern bildet sich an den Großhandelsmärkten, wo Angebot und Nachfrage täglich aufeinandertreffen. Jedes Land hat seine eigene Strombörse, aber die Märkte sind miteinander vernetzt, was dazu führt, dass die Dynamiken eines Staates auch die anderen beeinflussen.
Das Prinzip ist allgemein: Es wird ein einheitlicher Preis für jede Stunde des Tages festgelegt, der die Kosten der teuersten Quelle widerspiegelt, die benötigt wird, um die Nachfrage zu decken. Hier kommt der marginale Preis ins Spiel.
Wie das System des marginalen Preises funktioniert
Das marginale Modell bestimmt, dass der Endpreis von dem letzten aktivierten Kraftwerk bestimmt wird, das zu einem bestimmten Zeitpunkt die Nachfrage deckt.
Nehmen wir ein Beispiel: Wenn in Mitteleuropa die Nachfrage 1000 MWh beträgt und die Deckung teilweise aus Solar-, Wind- und Wasserkraft (niedrige Kosten) und teilweise aus Erdgas (teurer) besteht, wird der Endpreis nicht der gewogene Durchschnitt sein, sondern vom Gaskraftwerk festgelegt. Wenn dieses zu 120 €/MWh produziert, wird das der Preis für die gesamte in dieser Stunde verkaufte Energie, selbst wenn ein Großteil fast kostenlos aus erneuerbaren Energien produziert wurde.
Die Rolle des Erdgases in Europa
Gas hat in vielen europäischen Ländern im Energiemix ein erhebliches Gewicht, mit Unterschieden:
In Ländern wie Italien und Deutschland stellt Gas noch immer einen wichtigen Teil der Stromproduktion dar.
In anderen Ländern, wie Frankreich und Schweden, verringern Kernenergie und Wasserkraft die Abhängigkeit von Gas.
In Nordeuropa befindet sich die Offshore-Windenergie in starker Expansion und beginnt, den Markt neu zu gestalten.
Dennoch reicht es aus, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Gaskraftwerk in einem Land angeschaltet werden muss, um den Preis in der gesamten vernetzten Region zu beeinflussen. Deshalb hat die Gaskrise von 2022 die Strompreise in der gesamten Europäischen Union steigen lassen, unabhängig vom nationalen Energiemix jedes Staates.
Grenzen des marginalen Systems
Das marginale Modell, das in einer Zeit entstand, als fossile Brennstoffe den Markt beherrschten, zeigt heute verschiedene Grenzen:
Benachteiligt die Erneuerbaren: Auch wenn sie zu sehr niedrigen Kosten produzieren, werden sie zum Gaspreis bezahlt.
Überträgt Instabilität: Die Volatilität des Erdgases spiegelt sich sofort im Strompreis wider.
Es honoriert den Übergang nicht: Auch in Ländern mit hoher erneuerbarer Produktion bleibt der Preis an fossile Quellen gebunden.
Diese Aspekte haben mehrere europäische Staaten dazu veranlasst, eine Reform des Strommarktes zu fordern.
Auf dem Weg zu einem neuen europäischen Modell
Die Europäische Union diskutiert über eine Überarbeitung des Systems, um den Strompreis stabiler und weniger abhängig von fossilen Rohstoffen zu machen. Zu den vorgeschlagenen Lösungen gehören:
Mehr Integration der erneuerbaren Energien mit flächendeckenden Speichersystemen.
Langfristige Verträge (Power Purchase Agreement und Contracts for Difference) zur Stabilisierung der Preise der erneuerbaren Energien.
Smart-Grid und Digitalisierung, um Energieflüsse in Echtzeit besser zu steuern.
Dynamisches Nachfrage-Management, um den Verbrauch in Zeiten höchster Verfügbarkeit sauberer Energie zu verlagern.
Die Vorteile eines moderneren Systems
Wenn es Europa gelingt, die Verbindung zwischen Strom und Gas zu überwinden, werden die Vorteile erheblich sein:
Wirtschaftlich: Vorhersehbarere und wettbewerbsfähigere Preise für Familien und Unternehmen.
Umwelt: Reduzierung der CO₂-Emissionen und Beschleunigung der Dekarbonisierung.
Strategisch: Weniger Abhängigkeit von den Importen fossiler Brennstoffe, insbesondere aus geopolitisch instabilen Gebieten.
Schlussfolgerungen zum Strompreis
Das System des marginalen Preises hat bisher die Sicherheit der Stromversorgung in Europa gewährleistet, reicht jedoch heute nicht mehr aus. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Verbindung mit Gas die Elektrizität zu teuer und instabil macht.
Europa steht vor einer großen Chance: den Strommarkt modern zu überdenken, erneuerbare Energien zu würdigen und die Speicher- und intelligentes Management-Technologien vollständig zu nutzen. Nur so wird es möglich sein, den Bürgern einen gerechteren, stabileren und nachhaltigeren Strompreis anzubieten und gleichzeitig die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die Energiesicherheit des Kontinents zu stärken.
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