20.07.2026

Ladestationen im Hotel installieren: der komplette Leitfaden für einen effizienten Ladeservice

Von der Organisation des Parkplatzes bis zu den Ankunftszeiten der Gäste: So entsteht eine benutzerfreundliche, effiziente und zukunftsfähige Ladeinfrastruktur.
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Ladestationen in einem Hotel zu installieren bedeutet nicht einfach, einige Parkplätze auszuwählen, Ladegeräte zu kaufen und sie an die elektrische Anlage anzuschließen. Damit der Ladeservice im Alltag wirklich funktioniert, müssen die Nutzung des Parkplatzes, die Standzeiten der Fahrzeuge und die betrieblichen Abläufe des Hotels berücksichtigt werden.

Ein Businesshotel in der Nähe eines Kongresszentrums hat zum Beispiel ganz andere Anforderungen als ein Resort, in dem Gäste eine Woche bleiben. Ebenso kann ein kleines Hotel mit zehn Stellplätzen die Ladeinfrastruktur nicht genauso planen wie ein großes Haus mit Außenparkplatz, Restaurant, Spa und Dutzenden Fahrzeugen, die jeden Abend ankommen.

Noch bevor eine Ladestation ausgewählt wird, sollten deshalb einige konkrete Fragen beantwortet werden: Wer wird den Service nutzen? Wie viele Elektroautos könnten gleichzeitig laden? Wie lange bleiben die Fahrzeuge geparkt? Ist das Laden im Übernachtungspreis enthalten oder wird es separat berechnet?

Kurz gesagt: Ausgangspunkt ist nicht die Ladestation. Ausgangspunkt ist der Ladeservice, den das Hotel für seine Gäste und seine betrieblichen Abläufe schaffen möchte.

Vor der Installation von Ladestationen im Hotel zuerst den Service definieren

Jedes Projekt sollte mit dem geplanten Nutzungskonzept beginnen. Diese Entscheidung beeinflusst die Anzahl der Ladepunkte, ihre Position auf dem Parkplatz sowie die Zugangs- und Zahlungsmodalitäten.

Wer wird die Ladepunkte des Hotels nutzen?

Die naheliegendsten Nutzer sind natürlich die Hotelgäste. Darüber hinaus können aber auch Mitarbeitende mit Elektroautos, Firmenfahrzeuge, Restaurantgäste, Kongressteilnehmer oder Besucher des Wellnessbereichs die Ladeinfrastruktur nutzen.

Ihre Anforderungen sind nicht zwangsläufig identisch.

Ein Hotelgast kann sein Fahrzeug die ganze Nacht angeschlossen lassen. Ein Restaurantbesucher bleibt vielleicht nur zwei Stunden, während ein Hotelshuttle zu einer festgelegten Uhrzeit wieder einsatzbereit sein muss.

Wer diese Nutzergruppen frühzeitig identifiziert, kann den Ladeservice an den tatsächlichen Verkehrs- und Parkbewegungen des Hotels ausrichten.

Laden über Nacht oder kurze Standzeiten: Die Parkdauer entscheidet

Die Standzeit der Fahrzeuge ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Planung.

Viele Hotelgäste kommen am späten Nachmittag oder am Abend an und reisen am nächsten Morgen weiter. Das Fahrzeug steht damit mehrere Stunden auf dem Parkplatz und der Ladevorgang kann über die Nacht verteilt werden.

Anders sieht es bei Flughafenhotels, Kongressstandorten oder Hotels mit vielen Tagesgästen aus. Dort kann der Fahrzeugwechsel wesentlich häufiger sein.

Bevor die Ladeinfrastruktur geplant wird, lohnt sich daher eine einfache Frage: Wie lange stehen die Fahrzeuge tatsächlich auf dem Parkplatz?

Nur für Hotelgäste oder auch für andere Fahrer?

Ein Hotel kann seine Ladepunkte bestimmten Nutzergruppen vorbehalten oder den Ladeservice für weitere Fahrer öffnen.

Bei einem klar definierten Nutzerkreis lässt sich der Ladevorgang eng in die internen Abläufe des Hotels integrieren. Werden die Ladepunkte dagegen auch von externen Fahrern genutzt, gewinnen eine selbstständige Nutzung, verständliche Informationen und geeignete Bezahlmöglichkeiten zusätzlich an Bedeutung.

Für Deutschland ist dabei wichtig: Ob sich ein Ladepunkt auf privatem oder öffentlichem Grund befindet, entscheidet nicht allein darüber, ob er als öffentlich zugänglich gilt. Nach der Ladesäulenverordnung kommt es darauf an, ob sich der Ladepunkt an einem Standort befindet, der der Allgemeinheit zugänglich ist. Zugangsbeschränkungen oder Nutzungsbedingungen schließen diese Einstufung nicht automatisch aus.

Das konkrete Zugangsmodell sollte deshalb bereits in der Planungsphase festgelegt und regulatorisch geprüft werden.

Wie viele Ladepunkte braucht ein Hotel?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Die Anzahl der Zimmer und Stellplätze liefert erste Anhaltspunkte, reicht für die Dimensionierung aber nicht aus.

Ein Hotel mit hundert Zimmern benötigt nicht automatisch hundert Ladepunkte. Gleichzeitig kann ein kleineres Haus, das besonders häufig von Elektroautofahrern besucht wird, eine deutlich höhere Nachfrage als erwartet verzeichnen.

Auslastung, Saisonalität und Gästeprofil analysieren

Der Ladebedarf kann sich im Jahresverlauf erheblich verändern.

Ein Ferienresort erreicht seine höchste Auslastung vielleicht im Sommer, während ein Businesshotel vor allem unter der Woche stark gebucht ist. Ein Hotel in einer Wintersportregion kann seine Spitzen dagegen in den Wintermonaten verzeichnen.

Auch die Art des Aufenthalts spielt eine Rolle. In einem Resort kann ein Fahrzeug mehrere Tage auf dem Parkplatz stehen. Geschäftsreisende kommen dagegen häufig abends an und fahren am nächsten Morgen weiter.

Bei der Planung sollten deshalb Hotelauslastung, durchschnittliche Aufenthaltsdauer und Zeiten mit besonders hoher Nachfrage berücksichtigt werden.

Abschätzen, wie viele Fahrzeuge gleichzeitig laden

Nicht nur die Gesamtzahl der Ladevorgänge ist entscheidend.

Zehn Ladevorgänge über eine Woche verteilt sind relativ einfach zu verwalten. Zehn Gäste, die ihre Fahrzeuge zwischen 19 und 21 Uhr anschließen, stellen die Infrastruktur vor eine ganz andere Aufgabe.

Gerade in Hotels kann sich die Nachfrage durch die abendlichen Ankunftszeiten stark konzentrieren. Die Ladeinfrastruktur sollte deshalb auf die gleichzeitige Ladenachfrage und nicht nur auf die Gesamtzahl der Elektroautos ausgelegt werden.

Heute installieren, was gebraucht wird, und den Ausbau von morgen vorbereiten

Zwei gegensätzliche Fehler sollten vermieden werden: ausschließlich für den heutigen Bedarf zu planen oder den gesamten Parkplatz von Anfang an deutlich zu überdimensionieren.

Ein ausgewogener Ansatz besteht darin, zunächst eine realistische Zahl von Ladepunkten zu installieren und gleichzeitig die technischen Voraussetzungen für einen späteren Ausbau zu schaffen.

Kabelwege, technische Bereiche und die Anordnung zukünftiger Ladeplätze können bereits in der ersten Projektphase berücksichtigt werden.

Einfach gesagt: Heute installieren, was notwendig ist, ohne morgen wieder bei null anfangen zu müssen.

In Deutschland auch die Vorgaben des GEIG berücksichtigen

Bei Hotels als Nichtwohngebäuden können zusätzlich die Anforderungen des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes, kurz GEIG, relevant sein.

Für neu errichtete Nichtwohngebäude mit mehr als sechs Stellplätzen sieht das GEIG grundsätzlich Leitungsinfrastruktur für mindestens jeden dritten Stellplatz und mindestens einen Ladepunkt vor. Bei größeren Renovierungen bestehender Nichtwohngebäude mit mehr als zehn Stellplätzen gelten unter den gesetzlichen Voraussetzungen Vorgaben zur Leitungsinfrastruktur für mindestens jeden fünften Stellplatz sowie zu mindestens einem Ladepunkt. Für bestehende Nichtwohngebäude mit mehr als 20 Stellplätzen schreibt § 10 GEIG grundsätzlich mindestens einen Ladepunkt nach dem 1. Januar 2025 vor.

Allerdings enthält das GEIG auch Ausnahmen. Das Gesetz ist insbesondere nicht auf Nichtwohngebäude anzuwenden, die sich im Eigentum kleiner oder mittlerer Unternehmen befinden und überwiegend von diesen selbst genutzt werden. Ob eine konkrete Hotelimmobilie unter diese Ausnahme fällt, muss daher im Einzelfall geprüft werden.

Wann sollte die Zahl der Ladepunkte erhöht werden?

Der Ausbau sollte sich an der tatsächlichen Nutzung orientieren.

Sind alle Ladepunkte regelmäßig belegt, steigen die nicht erfüllten Ladeanfragen oder müssen Fahrzeuge häufig auf einen freien Platz warten, kann eine Erweiterung sinnvoll sein.

Nutzungsdaten sind dabei meist aussagekräftiger als reine Vermutungen.

Hotelparkplatz und Ladestellplätze richtig planen

Der Parkplatz ist kein Nebenschauplatz des Projekts. Hier kommt der Gast direkt mit dem Ladeservice in Kontakt.

Vor der Installation sollten Stellplätze, elektrische Verteilungen, Kabelwege sowie Fußgänger- und Fahrbereiche analysiert werden.

Die funktionalsten Stellplätze wählen, nicht nur die mit dem kürzesten Kabelweg

Stellplätze in der Nähe der elektrischen Verteilung können die Installation vereinfachen. Die Entfernung zum Verteiler sollte jedoch nicht das einzige Auswahlkriterium sein.

Eine ungünstig positionierte Ladestation kann das Rangieren erschweren, Fußwege beeinträchtigen oder für Gäste schlicht unpraktisch sein.

Die beste Position verbindet elektrische Machbarkeit mit einer sinnvollen Nutzung des Parkplatzes.

Tiefgarage, Parkhaus und Außenparkplatz

Je nach Umgebung sind unterschiedliche Installationskonzepte sinnvoll.

In einer Tiefgarage kann sich eine wandmontierte Ladestation einfach in die vorhandene Struktur integrieren lassen. Auf einem Außenparkplatz können freistehende Lösungen oder Bodenmontagen besser geeignet sein. Gleichzeitig müssen Witterung und Umgebungsbedingungen berücksichtigt werden.

Auch die Anordnung der Stellplätze spielt eine Rolle. Zwei nebeneinanderliegende Parkplätze können beispielsweise effizient über eine Lösung mit zwei Ladepunkten in einem gemeinsamen Bereich versorgt werden.

Ladepunkte für Gäste leicht auffindbar machen

Ein Gast, der gerade angekommen ist, sollte nicht den gesamten Parkplatz nach einer Lademöglichkeit absuchen müssen.

Eine klare Beschilderung und präzise Informationen vor der Anreise machen den Service wesentlich einfacher.

Es klingt vielleicht nach einem kleinen Detail. Genau solche Details entscheiden jedoch oft darüber, wie der Gast den Ladeservice wahrnimmt.

Die Belegung von Ladeplätzen sinnvoll organisieren

Eine typische Herausforderung in Hotels besteht darin, dass Fahrzeuge auch nach Abschluss des Ladevorgangs auf dem Stellplatz bleiben.

Wenn ein Elektroauto um zwei Uhr nachts vollständig geladen ist, ist es kaum sinnvoll, den Gast sofort zum Umparken aufzufordern.

Die Anzahl und Organisation der Ladeplätze sollte deshalb die langen Standzeiten berücksichtigen, die für Hotels typisch sind.

In Zeiten hoher Nachfrage kann das Hotel zusätzlich einfache Prozesse definieren, um die verfügbaren Stellplätze besser zu nutzen.

Standzeiten und verfügbare elektrische Leistung koordinieren

Die Ladegeschwindigkeit wird häufig als wichtigster Faktor einer Ladeinfrastruktur betrachtet. Im Hotel kann die zur Verfügung stehende Zeit jedoch mindestens genauso entscheidend sein.

Wie viel Energie benötigt das Fahrzeug tatsächlich?

Nicht jedes Elektroauto kommt mit nahezu leerer Batterie am Hotel an.

Ein Gast benötigt vielleicht nur genug Energie für die Weiterfahrt am nächsten Morgen. Ein anderer bleibt mehrere Tage und kann sein Fahrzeug schrittweise laden.

Für die Dimensionierung der Infrastruktur ist es daher sinnvoller, den typischen Energiebedarf und die Standzeit zu betrachten, anstatt für jedes Fahrzeug grundsätzlich eine vollständige Ladung anzunehmen.

Warum abendliche Ankünfte ein koordiniertes Laden erfordern

Stellen wir uns vor, dass sechs Fahrzeuge zwischen 19 und 21 Uhr angeschlossen werden.

Alle Gäste möchten am nächsten Morgen weiterfahren, ihre Autos stehen jedoch acht oder zehn Stunden auf dem Parkplatz.

Es ist nicht zwingend notwendig, jedem Fahrzeug gleichzeitig die maximale Ladeleistung zur Verfügung zu stellen. Der Ladevorgang kann über die Nacht verteilt und an die tatsächlich verfügbare elektrische Leistung angepasst werden.

Den Energieverbrauch des gesamten Hotels berücksichtigen

Hotels haben komplexe und schwankende Lastprofile.

Küche, Klimatisierung oder Heizung, Wäscherei, Aufzüge, Wellnessbereiche und andere technische Anlagen können zu unterschiedlichen Tageszeiten Verbrauchsspitzen erzeugen.

Das Laden von Elektrofahrzeugen muss mit diesen Verbrauchern zusammenspielen, ohne den normalen Hotelbetrieb zu beeinträchtigen.

Wer das Lastprofil des Gebäudes kennt, kann die für Elektrofahrzeuge verfügbare Leistung gezielter steuern.

Die Rolle von Load Balancing in der Ladeinfrastruktur eines Hotels

Wenn mehrere Fahrzeuge angeschlossen sind, ermöglicht Load Balancing eine koordinierte Verteilung der verfügbaren Leistung auf die Ladepunkte und die übrigen elektrischen Verbraucher des Gebäudes.

Die Ladeleistung kann sich an die aktuelle Energiesituation des Hotels anpassen. Benötigen andere Anlagen mehr Leistung, kann die für Elektrofahrzeuge verfügbare Kapazität entsprechend gesteuert werden.

Je mehr Ladepunkte installiert werden, desto wichtiger wird dieser Ansatz. Statt einzelne Ladestationen vollständig unabhängig voneinander zu betrachten, entsteht eine koordinierte Ladeinfrastruktur.

Netzbetreiber und Elektroinstallation frühzeitig einbeziehen

In Deutschland sind Ladeeinrichtungen vor ihrer Inbetriebnahme beim zuständigen Netzbetreiber anzumelden. Überschreitet die Leistungsinanspruchnahme 12 kVA beziehungsweise ungefähr 11 kW, ist zusätzlich die vorherige Zustimmung des Netzbetreibers erforderlich.

Arbeiten an der elektrischen Anlage dürfen neben dem Netzbetreiber grundsätzlich nur von einem Installationsunternehmen ausgeführt werden, das in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist.

Gerade bei einem Hotelprojekt mit mehreren Ladepunkten sollten Netzanschluss, Leistung und mögliches Lastmanagement deshalb frühzeitig mit den zuständigen Fachbetrieben und dem Netzbetreiber abgestimmt werden.

So wird das Laden für Hotelgäste möglichst einfach

Selbst eine technisch gut geplante Ladeinfrastruktur kann frustrierend sein, wenn die Nutzung unklar ist.

Die Erfahrung des Gastes beginnt häufig bereits vor der Einfahrt auf den Parkplatz.

Den Ladeservice vor der Anreise kommunizieren

Auf der Website des Hotels und in den Buchungsinformationen kann klar angegeben werden, dass Lademöglichkeiten vorhanden sind.

Sinnvoll sind Informationen dazu, wer die Ladepunkte nutzen darf, ob eine Reservierung erforderlich ist und welche Konditionen gelten.

Klare Angaben reduzieren gleichzeitig Rückfragen an der Rezeption.

Sollten Gäste einen Ladepunkt reservieren können?

Das hängt vom Hotel ab.

Wenn nur wenige Ladepunkte vorhanden sind und die Nachfrage hoch ist, kann eine Reservierung die Organisation der Anreisen erleichtern. Das System sollte jedoch flexibel bleiben.

Ein Gast kann sich verspäten, während ein anderes Fahrzeug früher als erwartet fertig geladen ist. Die Reservierung sollte deshalb als organisatorisches Werkzeug und nicht als unveränderbarer Zeitplan verstanden werden.

Was muss die Rezeption wissen?

Hotelmitarbeitende müssen keine Experten für Elektromobilität werden.

Sie sollten jedoch wissen, wo sich die Ladepunkte befinden, wie der Zugang funktioniert, welche Konditionen gelten und welcher Ablauf bei einem gemeldeten Problem vorgesehen ist.

Eine kurze interne Anleitung ist häufig ausreichend.

Ziel ist es, zu vermeiden, dass jede Anfrage zum Laden anders bearbeitet wird.

Den Start des Ladevorgangs möglichst einfach gestalten

Komplizierte Freigabeprozesse und unklare Anweisungen können den Check-in verlangsamen und Gäste frustrieren.

Je nach Nutzungskonzept kann der Zugang über autorisierte Nutzer, RFID-Karten oder andere von der Ladeinfrastruktur unterstützte Verfahren organisiert werden.

Für gelegentliche oder externe Nutzer kann ein stärker selbstständiger Prozess sinnvoll sein.

Grundsätzlich sollte der Gast schnell verstehen, wie er einen Ladevorgang startet und erkennt, dass das Fahrzeug tatsächlich lädt.

Die Rezeption nicht zum technischen Support machen

Wenn ein Gast sagt: „Die Ladestation funktioniert nicht“, können unterschiedliche Ursachen dahinterstecken.

Das Hotel sollte einen einfachen Prozess haben, um grundlegende Informationen zu erfassen und tatsächliche technische Probleme an den zuständigen Support weiterzugeben.

Rezeption, Haustechnik und technischer Support sollten klar definierte Rollen haben.

Das verkürzt die Bearbeitungszeit und schafft für den Gast einen professionelleren Service.

Zugang, Nutzer und Bezahlung: den Ladeservice richtig organisieren

Ein Hotelparkplatz kann von Gästen, Mitarbeitenden, Firmenfahrzeugen und Tagesbesuchern genutzt werden.

Die Ladeinfrastruktur sollte diese Vielfalt verwalten können, ohne für jede Person einen völlig anderen Ablauf zu schaffen.

Unterschiedliche Nutzergruppen verwalten

Hotelgäste sind meist gelegentliche Nutzer, während Mitarbeitende regelmäßig laden können.

Fahrzeuge des Hotels haben möglicherweise klar definierte betriebliche Anforderungen. Ein Shuttle, das jeden Morgen abfahren muss, benötigt beispielsweise eine andere Organisation als das Fahrzeug eines Gastes, das mehrere Tage geparkt bleibt.

Eine Unterscheidung der Nutzergruppen erleichtert die Zugangsverwaltung und ermöglicht es, Ladevorgänge bei Bedarf getrennt auszuwerten.

Laden im Aufenthalt inklusive oder als kostenpflichtiger Service?

Es gibt kein Modell, das für jedes Hotel passt.

Der Ladeservice kann im Zimmerpreis enthalten sein, als zusätzliche Leistung angeboten oder separat abgerechnet werden.

Ein Hotel kann außerdem unterschiedliche Konditionen für Hotelgäste und externe Nutzer vorsehen.

Entscheidend ist, das Geschäftsmodell zu definieren, bevor die Ladeinfrastruktur konfiguriert wird.

Wie können Hotels den Ladevorgang abrechnen?

Bei einem kostenpflichtigen Service stehen verschiedene Modelle zur Verfügung.

Die Ladekosten können beispielsweise über die Hotelrechnung abgerechnet oder über einen separaten Bezahlvorgang verwaltet werden.

In bestimmten Nutzungsszenarien kann eine Zahlung über einen QR-Code den Fahrer unabhängiger von der Rezeption machen. Das ist besonders interessant, wenn auch gelegentliche oder externe Nutzer Zugang zur Ladeinfrastruktur haben.

Wer in Deutschland verbrauchsabhängig auf Grundlage gemessener Energiemengen abrechnet, muss außerdem das Mess- und Eichrecht berücksichtigen. Das MessEG stellt Anforderungen an Messwerte, die im geschäftlichen Verkehr verwendet werden; die für eine Abrechnung eingesetzten Messwerte und Systeme müssen entsprechend geeignet sein.

Preis und Konditionen sollten in jedem Fall vor Beginn des Ladevorgangs klar sein.

Was ändert sich bei öffentlich zugänglichen Ladepunkten?

Ein Ladepunkt für einen klar abgegrenzten Nutzerkreis und eine öffentlich zugängliche Ladestation können unterschiedlichen Anforderungen unterliegen.

Nach der aktuellen Ladesäulenverordnung kann ein Ladepunkt auch dann öffentlich zugänglich sein, wenn er sich auf einem privaten Grundstück befindet. Entscheidend ist die tatsächliche Zugänglichkeit für die Allgemeinheit, nicht allein das Eigentum am Parkplatz.

Für öffentlich zugängliche Ladepunkte definiert die LSV technische Mindestanforderungen und sieht eine Anzeige bei der Bundesnetzagentur vor. Seit dem 13. April 2024 werden viele weitere Anforderungen unmittelbar durch die europäische AFIR geregelt.

AFIR verlangt an öffentlich zugänglichen Ladepunkten grundsätzlich die Möglichkeit zum Ad-hoc-Laden. Für seit dem 13. April 2024 neu errichtete öffentlich zugängliche Ladepunkte gelten zudem Anforderungen an die akzeptierten Zahlungsmöglichkeiten und die Transparenz der Preise.

Auch die deutsche Preisangabenverordnung enthält Vorgaben für das punktuelle Laden an öffentlich zugänglichen Ladepunkten. Bei einem für das punktuelle Laden vorgesehenen Bezahlverfahren ist der geltende Arbeitspreis am Ladepunkt oder in dessen unmittelbarer Nähe anzugeben.

Für ein Hotel in Deutschland ist es daher wichtig, nicht lediglich zwischen „privatem Parkplatz“ und „öffentlichem Parkplatz“ zu unterscheiden. Das konkrete Zugangs- und Nutzungskonzept muss vor der technischen Konfiguration und der Auswahl des Bezahlprozesses geprüft werden.

Ladeservice überwachen und den weiteren Ausbau planen

Nach der Installation sollte die Infrastruktur beobachtet werden, um zu verstehen, wie sie tatsächlich genutzt wird.

Dafür sind nicht Dutzende Kennzahlen notwendig. Einige wenige Daten liefern bereits wertvolle Erkenntnisse.

Welche Daten sollte ein Hotel beobachten?

Die Zahl der monatlichen Ladevorgänge zeigt, wie sich die Nachfrage entwickelt.

Die abgegebene Energiemenge vermittelt einen Eindruck vom Gesamtumfang des Services. Besonders stark genutzte Zeitfenster zeigen dagegen, wann Gäste am häufigsten einen Ladepunkt benötigen.

Zusätzlich ist es sinnvoll zu analysieren, wie häufig mehrere Fahrzeuge gleichzeitig laden und wie lange die Ladeplätze belegt bleiben.

Schließlich kann ein Fahrzeug wesentlich länger auf einem Stellplatz stehen, als der eigentliche Ladevorgang dauert.

Hotelauslastung und Nutzung der Ladepunkte vergleichen

Der Vergleich beider Werte kann interessante Entwicklungen sichtbar machen.

Ist das Hotel regelmäßig ausgebucht, während die Ladestationen nur selten genutzt werden, ist die Nachfrage möglicherweise noch begrenzt.

Steigt die Nutzung der Ladepunkte dagegen schneller als die allgemeine Hotelauslastung, kann dies auf einen wachsenden Anteil von Gästen mit Elektrofahrzeugen hindeuten.

Wann sollte die Ladeinfrastruktur erweitert werden?

Nicht erfüllte Ladeanfragen, eine häufige Vollbelegung aller Ladepunkte und mehr gleichzeitige Ladevorgänge sind konkrete Hinweise.

Wurde die Infrastruktur von Anfang an skalierbar geplant, können zusätzliche Ladepunkte ergänzt werden, ohne das gesamte Betriebskonzept neu aufzubauen.

Für Hotelgruppen kann die Erfahrung aus einem ersten Standort außerdem als Grundlage für gemeinsame Prozesse dienen, die anschließend an weitere Häuser angepasst werden.

Fehler, die Hotels bei der Installation von Ladestationen vermeiden sollten

Viele Probleme entstehen durch Entscheidungen, die in der ersten Projektphase zu schnell getroffen werden.

Ein häufiger Fehler besteht darin, die Anzahl der Ladestationen ausschließlich anhand der Zimmerzahl festzulegen, ohne das Reise- und Parkverhalten der Gäste zu analysieren.

Auch die Saisonalität sollte nicht unterschätzt werden. Eine Infrastruktur, die in der Nebensaison problemlos funktioniert, kann bei maximaler Hotelauslastung schnell an ihre Grenzen kommen.

Die Ankunftszeiten sind ebenfalls relevant. Die Zahl der gleichzeitig ladenden Fahrzeuge kann die Infrastruktur stärker beeinflussen als die Gesamtzahl der Ladevorgänge.

Bei der Wahl der Ladeplätze sollten Hotels außerdem nicht nur die Stellplätze auswählen, die sich am einfachsten an die elektrische Verteilung anschließen lassen. Die Ladepunkte müssen auch für Gäste bequem und einfach nutzbar sein.

Ein weiterer Fehler ist, nicht frühzeitig festzulegen, wer auf die Ladestationen zugreifen darf. Hotelgäste, Mitarbeitende, Servicefahrzeuge und externe Fahrer sind unterschiedliche Nutzungsszenarien.

Dasselbe gilt für die Abrechnung. Wird das Preismodell erst nach der Inbetriebnahme festgelegt, kann dies die technische und operative Verwaltung unnötig erschweren.

Und schließlich sollte die Rezeption nicht jeden einzelnen Ladevorgang manuell verwalten müssen. Ein Prozess, der bei wenigen Ladevorgängen pro Monat funktioniert, kann mit zunehmender Nachfrage schnell zum betrieblichen Problem werden.

Welche Daze Ladestationen eignen sich für Hotels?

Die Anforderungen eines kleinen, unabhängigen Hotels können sich deutlich von denen eines großen Hauses unterscheiden, dessen Parkplatz von verschiedenen Nutzergruppen verwendet wird.

Die passende Ladelösung sollte deshalb anhand des geplanten Services ausgewählt werden.

Dazebox Share für Parkplätze mit mehreren Nutzern

Dazebox Share ist für professionelle Umgebungen konzipiert, in denen mehrere Nutzer eine gemeinsame Ladeinfrastruktur verwenden.

RFID-Zugangsverwaltung, Konnektivität und OCPP-Unterstützung ermöglichen den Einsatz in Netzwerken mit mehreren Ladepunkten.

Das Load Balancing koordiniert außerdem die verfügbare Leistung innerhalb der Infrastruktur. Das ist besonders relevant, wenn mehrere Hotelgäste ihre Fahrzeuge gleichzeitig anschließen.

Duo für zwei nebeneinanderliegende Stellplätze

Wenn zwei Parkplätze direkt nebeneinanderliegen, bietet Duo zwei Ladepunkte in einer gemeinsamen Lösung.

Das kann besonders für Hotel- und Resortparkplätze interessant sein, auf denen die verfügbare Fläche effizient genutzt und die Ladeinfrastruktur klar organisiert werden soll.

Urban für Außenparkplätze

Urban wurde für professionelle Ladeinfrastrukturen und Installationen im Außenbereich entwickelt.

Die Lösung eignet sich damit für Außenparkplätze von Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben mit regelmäßigem oder stärker frequentiertem Ladebetrieb.

Ladestationen im Hotel installieren: mit dem Service beginnen, nicht mit dem Gerät

Ladestationen in einem Hotel zu installieren bedeutet, einen Service zu planen, der sowohl Teil des Gästeerlebnisses als auch des täglichen Hotelbetriebs wird.

Die effizienteste Lösung ist nicht zwangsläufig die mit den meisten Ladepunkten oder der höchsten maximalen Ladeleistung.

Entscheidend ist, dass sich die Infrastruktur an die Bewegungen auf dem Parkplatz, die Standzeiten der Fahrzeuge und den Energiebedarf des Hotels anpasst.

Wer die Nachfrage analysiert, ein koordiniertes Ladenetz plant und die tatsächliche Nutzung beobachtet, schafft eine Ladeinfrastruktur, die heute einfach zu nutzen ist und morgen mit dem Hotel wachsen kann.

Häufig gestellte Fragen zu Ladestationen für Hotels

Wie viele Ladepunkte braucht ein Hotel?

Das hängt davon ab, wie viele Elektrofahrzeuge voraussichtlich gleichzeitig anwesend sind, wie lange Gäste im Hotel bleiben und wie der Parkplatz genutzt wird. Die Zahl der Hotelzimmer allein reicht für die Dimensionierung der Ladeinfrastruktur nicht aus.

Können Hotelgäste einen Ladepunkt reservieren?

Ja. Eine Reservierung kann sinnvoll sein, wenn nur wenige Ladepunkte vorhanden sind, insbesondere bei hoher Hotelauslastung. Der Prozess sollte jedoch flexibel genug bleiben, um verspätete Ankünfte und unterschiedliche Ladedauern zu berücksichtigen.

Wie kann ein Hotel mehrere Elektroautos verwalten, die abends gleichzeitig ankommen?

Eine koordinierte Ladeinfrastruktur kann die verfügbare Leistung während der nächtlichen Standzeit auf mehrere angeschlossene Fahrzeuge verteilen.

Kann ein Hotel seine Ladestationen ausschließlich für Gäste reservieren?

Ein Hotel kann den Zugang auf definierte Nutzergruppen beschränken. In Deutschland sollte das konkrete Zugangsmodell jedoch geprüft werden, um festzustellen, ob die Ladepunkte nach der Ladesäulenverordnung als öffentlich zugänglich gelten. Der Standort auf privatem Grund allein ist dafür nicht entscheidend.

Wie können Hotels ihren Gästen das Laden berechnen?

Der Ladeservice kann im Aufenthalt enthalten, separat abgerechnet oder über einen eigenen Bezahlprozess organisiert werden. Bei einer verbrauchsabhängigen Abrechnung nach gemessener Energiemenge sind in Deutschland zusätzlich die Anforderungen des Mess- und Eichrechts zu berücksichtigen.

Wann sollte ein Hotel zusätzliche Ladepunkte installieren?

Wenn alle Ladepunkte regelmäßig belegt sind, nicht erfüllte Ladeanfragen zunehmen oder immer häufiger mehrere Fahrzeuge gleichzeitig laden. Die tatsächlichen Nutzungsdaten helfen dabei, den richtigen Zeitpunkt für den Ausbau zu bestimmen.

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